Die Entwicklung des Malteser Campus

"Dieser Campus atmet den Geist eines aktiven Miteinanders"

Hamburg. “Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Menschen im Stadtteil Wilhelmsburg die Dinge selbst in die Hand nehmen.” Außergewöhnlicher Besuch: Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, machte am 18. Januar 2020 im Rahmen ihres Hamburg-Aufenthaltes Station am neu entstehenden Malteser Campus in Wilhelmsburg. 
"Dieser Campus atmet den Geist des aktiven Miteinanders”, so die Ministerin. Zuvor hatte sie sich von Verena Hölken aus dem Bundesvorstand des Malteser Hilfsdienstes das Konzept des Malteser Campus erläutern lassen, der genau das erreichen will: ein aktives Miteinander. Hier sollen neben dem bereits bestehenden Altenhilfe-Angebot zukünftig u.a. eine kultursensible Seniorenarbeit, eine interkulturelle Malteser Elternküche, ein breit gefächertes Erste-Hilfe-Kursangebot sowie bedarfsgerechte berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten entstehen. Dazu wurde 2014 die St. Maximilian Kolbe-Kirche vor dem Abriss bewahrt und wird nun Teil eines themenübergreifenden Konzeptes für die Menschen im Stadtteil. Bereits gestartet ist am Campus die Malteser Hospizarbeit: Ehrenamtliche Sterbebegleiter wurden hier ausgebildet, um in Wilhelmsburg Menschen in der letzten Lebensphase zu unterstützen. 
Und so passte der Besuch Annegret Kramp-Karrenbauers terminlich perfekt, denn am 18. Januar beendete bereits eine zweite Gruppe ihren Schulungskurs "Sterbende begleiten lernen", deren Absolventen ihre Zertifikate gern aus den Händen der Ministerin entgegennahmen. Für ihr ehrenamtliches Engagement im Stadtteil erhielten sie von ihr Zuspruch und gute Wünsche. Die Hospizarbeit in Wilhelmsburg stellt einen ersten Meilenstein dar auf dem Weg hin zu einem quartiersbezogenen interkulturellen Zentrum zwischen Generationen unterschiedlicher Herkunft dar."Das ist ein hohes Ziel, was wir hier haben und mit Freude erfüllen", betonte Verena Hölken und verband mit dieser positiven Sicht auf die weiteren Planungsschritte und das Voranschreiten der Umbauarbeiten des Kirchengebäudes auch einen Dank in Richtung des Bundesbauministeriums, das dieses Modellprojekt finanziell unterstützt und fördert.


Preis bei Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte“ für Erhalt und geplante Umnutzung der ehemaligen Kirche

Für die Pläne zum Erhalt der denkmalgeschützten St. Maximilian Kolbe-Kirche in Wilhelmsburg und ihre Umnutzung zum „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ gab es einen von drei dritten Preisen beim Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“, den das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgelobt hatte. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am 8. November 2018 in Leipzig im Rahmen der „denkmal – Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung“ überreicht. Die Rettung und der beispielhafte Erhalt der abrissbedrohten ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche und die geplante denkmalgerechte Umwandlung zum Zentrum für Pflege, Ausbildung und Begegnung durch die Malteser Norddeutschland gGmbH wurde in der Kategorie „Stadtgebäude“ ausgezeichnet.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das ausgezeichnete Projekt zeigt beispielhaft einen Weg zum Erhalt eines identitätsstiftenden Denkmals. Die Hamburgerinnen und Hamburger waren mit vielen kreativen Ideen an der Entwicklung eines neuen Nutzungskonzepts für das Denkmal beteiligt: Die Wünsche aus dem Stadtteil nach Begegnung werden über die denkmalgerechte Umgestaltung des Kircheninnenraums zu einem interkulturellen Zentrum realisiert. Diesem gesellschaftlichen Miteinander jenseits ethnischer, kultureller oder sozialer Grenzen im wahrsten Sinne Raum zu geben, ist auch ein Kerngedanke des Europäischen Kulturerbejahrs. Ich danke den Hamburgerinnen und Hamburgern für ihre vielen guten Ideen zur Umnutzung des Denkmals und den Maltesern für ihre Offenheit bei der Konzeption und Realisierung des Projekts.“

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Der Erhalt der wertvollen Architektur der ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche ist für die Stadt von hoher Bedeutung. Die geplante Umnutzung wird den Stadtteil Wilhelmsburg mit einem weiteren Baustein an Vielfalt und Lebensqualität bereichern. Mit der neuen Nutzungskonzeption soll eine sozialraumorientierte und nachhaltige Weiterentwicklung des Kirchengebäudes für den Stadtteil entstehen, die für Wilhelmsburg ausgesprochen positiv ist.“

Dr. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer Malteser Deutschland gGmbH: „Wir freuen uns, dass die Jury des Bundeswettbewerbs unsere Bemühungen würdigt, den Malteser Campus St. Maximilian Kolbe zum Raum für interkulturelle Begegnung, gekoppelt mit sozialen und kultursensiblen Angeboten, umzuwandeln. Die Auszeichnung ist Bestätigung und Unterstützung zugleich, mit dem Erhalt des Denkmals eine neue Quartiersmitte mit Räumen für alle Wilhelmsburger zu etablieren.“

Mit dem Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte“ werden im Europäischen Kulturerbejahr 2018 herausragende Konzepte und Projekte für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem baukulturellen Erbe ausgezeichnet. Ausgelobt wurde der Wettbewerb vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Kooperationspartner sind die Länder und Kommunalen Spitzenverbände der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Bund-Länder-Städtebauförderung und der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP).

Die achtköpfige, interdisziplinär besetzte Jury bewertete die Beiträge hinsichtlich ihres Umgangs mit den besonderen Qualitäten der Europäischen Stadt. Grundlage waren sieben Bewertungskriterien: Einfügung in den städtebaulichen Kontext einschließlich Erhalt wertvoller Bausubstanz, Belebung von bereits Vorhandenem durch neue Nutzungen, Impuls für weitere Aktivitäten und Übertragbarkeit auf andere Kommunen sowie Innovation durch Erprobung neuer Planungs- und Umsetzungsmöglichkeiten. Ferner Dialog über partizipative Prozesse und Akzeptanz in der Stadtgesellschaft, Engagement von Bürgern und Bürgerinnen oder Initiativen und Perspektive durch Erwartungen beziehungsweise Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtentwicklung. In den vier Kategorien Stadtgebäude, Stadtraum, Stadtleben und Stadtbürger gab es insgesamt 21 Nominierungen.

Das Projekt zur Umnutzung und Erweiterung der denkmalgeschützten und profanierten Kirche St. Maximilan Kolbe erhielt einen von drei dritten Preisen in der Kategorie Stadtgebäude. Die Denkmalumnutzung im Zentrum Wilhelmsburgs ist Teil einer Entwicklung des Standorts zum „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ als quartiersbezogenes interkulturelles Zentrum für Pflege, Wohnen, Beratung, Ausbildung sowie Begegnung zwischen Generationen und Herkünften.

Der Bau des Architekten Jo Filke wurde 1972 als ein Symbol des Aufbruchs für das durch die Flutkatastrophe von 1962 traumatisierte Wilhelmsburg errichtet. Seither prägt der auffällige Betonspiralturm das Stadtbild des Quartiers. Die vorrangig aus Polen stammende Gemeinde erinnerte mit dem Bau an einen in Auschwitz ermordeten Priester und setze somit auch ein Zeichen für die deutsch-polnische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wird die Kirche, deren Abriss 2014 bereits beschlossen war, baulich saniert und für Vorschul- und Seminarräume, Beratungsbüros und Familienhilfe umgebaut. Ziel ist es, bei weitestgehendem Erhalt von Raumeindruck, Substanz und Erscheinung einen hochwertigen wie funktionalen Ausbau zu realisieren. Die Kosten der Sanierung werden weitgehend von der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung, dem Denkmalschutzamt Hamburg und Stiftungen getragen.

Der Entwurf für den Umbau von LH-Architekten, Landwehr Henke und Partner mbB war Gewinner eines Wettbewerbs. Er schafft in der Kirche einen Teil der Räume für die neuen Nutzungen sensibel nach dem „Haus-im-Haus-Prinzip“, wobei der beeindruckende Innenraum erlebbar bleibt. Büroarbeitsplätze werden in eine Aufstockung der eingeschossigen Sakristei verlagert, wodurch Eingriffe in die Bestandsfassade minimiert werden können.

Der „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ ist darauf ausgerichtet, Modellcharakter zu entfalten und wird deshalb auf Grund eines Beschlusses des Bundestages durch das BMI gefördert. 

Weitere Informationen zur Preisverleihung: http://www.bundeswettbewerb-europaeische-stadt.de/preistraeger/


Scheckübergabe am Malteser Campus

Hamburg. Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat am Freitag, 21. Juli 2017 das Bauschild für das Modellvorhaben Malteser Campus St. Maximilian Kolbe in Hamburg enthüllt. Hendricks überreichte Vertretern der Malteser Norddeutschland gGmbH einen Scheck über sieben Millionen Euro. Die Fördermittel sollen auf dem Gelände Hamburg-Wilhelmsburg in Pflege- und Sozialeinrichtungen für Senioren und ein interkulturelles Begegnungszentrum fließen. In dem Stadtteil im Süden Hamburgs leben viele Menschen mit einem Migrationshintergrund, die besonders von den Angeboten profitieren sollen.

Das Areal umfasst eine Senioren-Pflegeeinrichtung, ein früheres Gemeindehaus, an dessen jetzigen Standort eine Anlage für betreutes Wohnen entstehen soll, sowie eine denkmalgeschützte ehemalige Kirche, die für alle Wilhelmsburger ein Begegnungszentrum werden soll. Pflege, Wohnen, Beratung und Ausbildung sollen dort zukünftig gebündelt und generationsübergreifende Begegnungen möglich gemacht werden.

Insgesamt sind Sanierungs- und Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro geplant. In einem ersten Schritt wird das Seniorenheim mit einem Neubau mit Einheiten für betreutes Wohnen realisiert. Der zweite Schritt umfasst den Umbau der ehemaligen St. Maximilian-Kolbe-Kirche in ein Begegnungszentrum.