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Die wissenschaftliche Begleitung zum Aufbau des Malteser Campus ist gestartet

Die Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. / Institut für Gerontologie an der Technischen Universität (TU) Dortmund hat im Dezember 2018 ihre Arbeit aufgenommen und wird bis Februar 2021 den Aufbau des Malteser Campus St. Maximilian Kolbe wissenschaftlich begleiten. 

Zielsetzung 
Ziel der wissenschaftlichen Begleitforschung ist es, die Planung und Vorbereitung der Campus-Angebote sowie die erste Phase der Umsetzung inhaltlich und methodisch zu unterstützen. Die begleitende Forschung soll dazu beitragen, das Dienstleistungsangebot des Malteser Campus in den Bereichen Pflege, Wohnen, Beratung, Qualifizierung und Begegnung kultursensibel und generationenübergreifend zu entwickeln und zu gestalten (→ Förderung der Angebotsentwicklung). Der Entwicklungsprozess soll systematisch analysiert und beschrieben werden, so dass die Erfahrungen und Ergebnisse bei der inhaltlichen Gestaltung des Campus auch für ähnliche Vorhaben an anderen Standorten genutzt werden können (→ Förderung des Transfers).

Vorgehensweise
Hierzu wendet die wissenschaftliche Begleitung verschiedene Methoden an: Literatur- und Dokumentenanalysen, Einzel- und Gruppeninterviews sowie teilnehmende Beobachtungen.

Insgesamt umfasst die Begleitforschung folgende Arbeitsschritte:

1. Bedarfsermittlung
Um eine fundierte Grundlage für die Angebotsentwicklung zu schaffen, erfolgt zunächst eine Analyse des Sozialraums im direkten Umfeld des Malteser Campus, also vor allem der Ortsteile Kirchdorf und Bahnhofsviertel. Hierzu gehört die Sichtung und Aufbereitung vorhandener Daten zur sozio-demografischen Struktur der ortsansässigen Bevölkerung sowie die Erfassung der örtlichen Infrastruktur, insbesondere mit Blick auf Angebote für ältere Bewohner des Sozialraums und für Bewohner mit Migrationshintergrund.

Darüber hinaus erfolgt eine Analyse der Bedarfe älterer Menschen im Sozialraum. Hierzu werden persönliche Interviews mit älteren Bewohner*innen mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit relevanten Akteuren (Vertreter von Organisationen, Vereinen etc.) durchgeführt.   

2. Evaluation 
Um die Nachhaltigkeit des Modellvorhabens zu sichern, werden die Angebote des Campus evaluiert. Zudem wird ein Konzept zur Selbstevaluation entwickelt, das im weiteren Umsetzungsprozess kontinuierlich angewendet werden kann. Damit soll die bedarfsorientierte Anpassungsfähigkeit der Campus-Angebote sichergestellt werden.

3. Begleitung der intergenerativen Arbeit
Die Vorschule der Katholischen Schule St. Bonifatius in Hamburg-Wilhelmsburg und die Altenhilfe Malteserstift St. Maximilian Kolbe führen bereits seit einigen Jahren gemeinsame generationenübergreifende Aktivitäten durch. Im Kontext der Umsetzung des Modellprojekts Malteser Campus wird die Vorschule um eine KiTa-Gruppe erweitert. Um Impulse und konkrete Ansatzpunkte für die Ausweitung und Weiterentwicklung der intergenerativen Arbeit zu liefern, wird die Kooperation
zwischen Altenhilfe und Vorschule/KiTa systematisch analysiert und ausgewertet.  Hierzu werden persönliche Interviews mit Senioren (ehrenamtlich Engagierte und Bewohner des Malteserstifts), Mitarbeiter und Eltern der beteiligten Kinder durchgeführt.
 
4. Prozessbegleitung zur interkulturellen Öffnung der Altenhilfe
Um die Entwicklung des Malteserstift St. Maximilian Kolbe hin zu einer explizit kultursensiblen Pflegeeinrichtung zu fördern, wird der Prozess der interkulturellen Öffnung von der Phase der Maßnahmenplanung bis zum Beginn der Phase einer stetigen Umsetzung wissenschaftlich begleitet. Hierzu werden Gruppen- und Einzelinterviews mit Mitarbeitern, teilnehmende Beobachtungen von Projektsitzungen zur Gestaltung der interkulturellen Öffnung und persönliche Interviews mit Bewohnern mit und ohne Migrationshintergrund durchgeführt.

5. Dokumentation und Transfer
Die Ergebnisse zu den verschiedenen Arbeitsschritten werden schriftlich dokumentiert. Vorgesehen ist zudem die Durchführung eines öffentlichen Fachsymposiums Ende 2020 und die Verbreitung der Ergebnisse in Form einer Broschüre. 

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und danken allen Beteiligten, Interessierten und Gesprächspartnern für ihre Mitwirkung!
Das Team der wissenschaftlichen Begleitung:
Dr. Elke Olbermann (Projektleitung)
Dr. Vera Gerling (Koordination)
Markus Kühnel (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Claudia Lak (wissenschaftliche Mitarbeiterin)